Es wird den ganzen Tag nicht hell. Kein Sonnenstrahl kann sich durch die Wolkendecken durchkämpfen.
Menschen tummeln sich in stickigen Räumen, ihre Mienen undurchdringlich, hart.
Wenn sie lächeln, erreicht das Lachen ihre Augen nicht. Das morgendliche Aufstehen wird zur Qual für Geist und Körper. Vitaminmangel, maßloser Konsum von süßen Sünden und mangelnde Bewegung hinterlassen ihre Spuren, die im nahenden Frühling für Frustation sorgen.
Jedes Jahr das selbe Spiel. Wie Muppetfiguren ziehen wir unser Schema F durch, Monat für Monat, um den Winter mit tiefer Verzweiflung zu empfangen und ihn in trotz all seiner Schönheit zu verfluchen und für alles Unglück verantwortlich zu machen.
Kurz vor Sylvester der Gedanke, dass "demnächst" alles besser wird. Wir streben nach der Maxime, dem ultimativen Glück, ohne zu wissen, dass wir es doch schon so oft in der Hand haben. Und es einfach kurz einschließen müssen. Das Ringen um Perfektion ist eine immer wiederkehrende Erscheinung, ein Teufelskreis, der zu keinem erlösendem Ergebnis führen wird.
Vollkommenheit ist sowieso absolut überbewertet.
Der Winter ist nicht meine Jahreszeit. Ich brauche Sonne, Licht. Wärme auf meiner Nase. Kurze Shirts, damit die Sonne meine Haut küssen kann. Es gibt nichts, was meine Seele mehr tröstet als Zeit mit Freunden bei schönem Wetter zu verbringen, während der Grill leise vor sich hin brutzelt. Die eiskalten Getränke perlen den Rachen hinunter, die leichten Gerichte versüßen den Gaumen. Ich genieße die Bässe im Ohr, das leise Säuseln der Interpreten, die aus den tragbaren Boxen dringen. Sehne mich nach Kroatien. Mit diesem Land verbinde ich die schönste Woche, die ich je erleben durfte. Nach einem anstrengenden Fußmarsch den Ausblick aufs tosende Meer - das ist Freiheit.
So schmeckt der Sommer...
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